Costa-Rica-Rundreise auf eigene Faust – Route, Reisebericht, Reisetipps

Collage Costa-Rica-Rundreise

Stationen unserer Costa-Rica-Rundreise: In drei Wochen haben wir (Bettina und Gudrun) mit unserem Mietwagen rund 2700 Kilometer zurückgelegt

• • •  Ein Gastbeitrag von Bettina Tiedke  • • •

Gründe für eine Rundreise durch Costa Rica

Autorenfoto

Bettina Tiedke, Autorin des Reiseberichts

Diesmal sollte es also eine Rundreise durch Costa Rica sein. Über Costa Rica hatten wir viel gelesen und auch von unterschiedlicher Seite gehört, dass sich eine Reise dorthin unbedingt lohnen würde. Vor allem wegen der Natur, der zahlreichen Tiere und der entspannten Lebensart der "Ticos", wie sich die Costa-Ricaner selbst bezeichnen.

In Costa Rica ist alles und jedes "Pura Vida", was wörtlich übersetzt "Pures Leben" heißt. Der Ausdruck "Pura Vida" wird in Costa Rica allerdings vielfältig benutzt und kann alles Mögliche wie "Hallo", "Wie geht’s?", "Mir geht’s gut", "Alles klar, danke!", "Okay", "Ja" oder "Auf Wiedersehen" bedeuten.

Bei unseren anfänglichen Recherchen über Costa Rica stellten wird fest, dass es – abgesehen von einigen Reiseführern – kaum wirkliche Erfahrungsberichte und Reise-Dokus über Costa Rica gibt. In den meisten Costa-Rica-Filmen und -Videos geht es ausschließlich um die zweifelsohne beeindruckende Tier- und Pflanzenwelt des Landes. Dokus über eine Costa-Rica-Rundreise mit nützlichen Reisetipps, Ortsangaben und sinnvollen Routenvorschlägen haben wir jedoch bislang vermisst.

So beschlossen wir, alles, was wir in Costa Rica sehen, hören und erleben, aufzuschreiben und hinreichend mit Fotos und Videos zu dokumentieren, um anschließend nicht nur ein aussagekräftiges Video über unsere Costa-Rica-Rundreise veröffentlichen zu können, sondern auch um dir hier auf Planet2Go alles Wissenswerte über das Land zu vermitteln und dir den ultimativen Routenvorschlag für deine eigene Costa-Rica-Reise mit auf den Weg zu geben.

Weitere Informationen über Costa Rica findest du auf unseren Seiten Die 19 schönsten Sehenswürdigkeiten und Orte in Costa Rica und Strände in Costa Rica.

Vorbereitung und Planung unseres Road Trips durch Costa Rica

Road Trip Costa Rica

Unseren Road Trip durch Costa Rica haben wir bis ins Detail geplant

Mehr zu Costa Rica:

Sehenswürdigkeiten

Strände

Klar war, dass wir unsere Costa-Rica-Rundreise komplett selbst organisieren und mit einem Mietwagen machen würden. Unseren Road Trip haben mit Hilfe diverser Reiseführer und Straßenkarten lange Zeit im Voraus und bis ins Detail geplant. Aufgrund unserer Recherchen wussten wir, dass wir wegen der teilweise schlechten Straßen in jedem Fall einen Allradwagen brauchen würden und pro Tag bzw. Etappe nicht mehr als 200 Kilometer schaffen könnten.

Zwar sind es von der Pazifikküste im Süden Costa Ricas bis zur Karibikküste im Norden nur gerade einmal 130 Kilometer Luftlinie. Doch liegen zwischen beiden Küsten zum Teil undurchdringlicher Regenwald, über 3000 Meter hohe Berge beziehungsweise Vulkane und ebenso tiefe Täler und Schluchten.

So braucht man beispielsweise für die "nur" 310 Kilometer lange Strecke von Uvita an der Pazifikküste nach Puerto Limón an der Karibikküste ganze sechseinhalb Stunden mit dem Auto, da die Fahrt über teils schlecht ausgebaute Landstraßen mit zahllosen Serpentinen führt.

Viele Orte sind jedoch nicht einmal über Landstraßen erreichbar, sondern nur über staubige Schotterpisten mit zum Teil kindskopfgroßen Steinen und manchmal 30 Zentimeter tiefen Schlaglöchern. Hinzu kommt, dass es in den Bergen oft neblig ist und die schlechte Sicht das Fahren auf Straßen mit zum Teil unbefestigten Seitenstreifen enorm erschwert.

Uns war daher schnell klar, dass wir bei einer gut dreiwöchigen Rundreise nicht alle Sehenswürdigkeiten in Costa Rica würden sehen können. Das Land ist zwar nur etwa so groß wie das deutsche Bundesland Niedersachsen, doch braucht es in Costa Rica eben viel Zeit, um von A nach B zu kommen.

Ein paar Wochen vor Abflug hatten wir schließlich unseren Reiseplan perfekt, alle Ziele und Routen festgelegt und auch die Hotels gebucht. Auf unserem Programm standen insgesamt 19 Sehenswürdigkeiten, darunter zehn Nationalparks und Naturreservate, Costa Ricas Hauptstadt San José und rund 30 Strände an der Pazifik- und der Karibikküste, von denen die meisten ohnehin an der Route lagen und als Abstecher gedacht waren. Am Ende sollten es 2.700 Kilometer werden, die wir auf unserem rund dreiwöchigen Road Trip durch Costa Rica abgerissen haben. Pura Vida!

Gadgets und Hinweise zum Autofahren in Costa Rica

Empfehlenswerte Navigations-Apps für Costa Rica

Waze-App (kostenlos): Die Waze-App ist eine der besten und zuverlässigsten Navigations-Apps für Costa Rica. In Costa Rica benutzt fast jeder "Waze". Um die App nutzen zu können, brauchst Du allerdings eine Internetverbindung – per WiFi-Hotspot des Mietwagenanbieters oder einer gekauften Prepaid-SIM-Karte. Staus oder Straßensperrungen werden auf "Waze" zuverlässig und in Echtzeit angezeigt und eine Alternative berechnet. Wir haben die "Waze"-App auch schon in Mexiko und Thailand genutzt, benutzen sie auch zu Hause und sind sehr zufrieden damit.

Maps.Me-App (kostenlos): Das ist eine Navigationslösung, die offline funktioniert. Einfach zu Hause die benötigten Karten herunterladen und in Costa Rica offline benutzen. Die App verwendet die GPS-Funktion deines Gerätes.

Sicherheit

Du solltest auf keinen Fall Wertgegenstände im Auto lassen, auch nicht im Kofferraum. Wir haben in Costa Rica immer wieder gehört, dass vielerorts Autos aufgebrochen werden.

Halte dich unbedingt – auch wenn die meisten "Ticos" das nicht tun – an die Verkehrsvorschriften, weil die Bußgelder und die damit verbundenen Maßnahmen z. T. drakonisch sind. So kostet z.B. das Überholen im Überholverbot (dazu zählt auch die doppelt durchgezogene Mittellinie) 1000 US Dollar Strafe. Darüber hinaus ist es durchaus üblich, dass die Polizei an Fahrzeugen, die z.B. im Parkverbot stehen, die Nummernschilder abschraubt, womit sich eine Weiterfahrt dann erstmal erledigt haben dürfte. Das konnten wir am Parque Nacional in San José beobachten.

Costa-Rica-Rundreise: Route und Reisebericht

Tag 1: Flug von Berlin nach San José, Übernachtung in Alajuela (nahe Flughafen)

Kurzüberblick

Um 19.35 Uhr Ankunft am Aeropuerto Internacional Juan Santamaría bei San José, der Hauptstadt Costa Ricas. Nach unserem Flug mit Zwischenlandungen in Madrid und Panama City hatten wir uns entschieden, unseren Mietwagen nicht am Ankunftstag, sondern erst am nächsten Morgen abzuholen.

Weil der Verkehr in San José besonders zur Rushhour eher stockend ist, hatten wir vorab entschieden, nicht in die Stadt hinein zu fahren, sondern nahe Flughafen und der Mietwagenstation in Alajuela (ca. 3 km vom Flughafen entfernt) zu übernachten. Nach San José wären es 18 km gewesen.

Wir hatten in Alajuela ein kleines Appartement in den Airport Lofts DG* gebucht und uns vom Vermieter am Flughafen für 13 US Dollar abholen lassen. Das hat auch alles prima geklappt.

Abendbummel durch Alajuela

Um 20.30 Uhr waren wir soweit, um in Alajuela noch ein wenig durch die Innenstadt zu bummeln und uns ein Restaurant zu suchen. Das erwies sich als schwierig, da schon fast alles geschlossen hatte. Auch waren nur noch wenige Bars geöffnet. Nach mehr als einer Stunde hatten wir immer noch nichts Passendes gefunden und waren zum wiederholten Mal an einer Bar vorbeigekommen, vor der mehrere Wachleute standen. Wollten wir wirklich da rein? Egal, uns würde schon nichts passieren, dachten wir, und enterten den Schuppen.

Drinnen saßen ziemlich knapp bekleidete bzw. in sehr eng anliegende Spitzenkleidchen gepresste Damen und ein paar willenlos betrunkene Männer, die nicht mehr wirklich in der Lage waren, auf die mehr oder weniger ambitionierten Annäherungsversuche der Damen einzugehen. Wir blieben trotzdem und setzten uns ein paar Plätze weiter an die Theke. Der Wirt brachte uns ein paar kühle Bier. Die Damen und einer der Wachleute gesellten sich auf ein Pläuschchen zu uns. Am Ende war zwar alles etwas skurril, aber trotzdem nett. Pura Vida eben!

Tag 2: Abholung unseres Mietwagens, Fahrt von Alajuela zum Vulkan Poás

Mietwagen Costa Rica

Los geht's

Kurzüberblick

Nach dem Frühstück in einem Café in Alajuela und einem kurzen Besuch im Elektrofachmarkt, in dem wir unsere Prepaid-SIM-Karten für Costa Rica kauften, holte uns unser Vermieter am Appartement ab und brachte uns zum "Europcar"-Büro an der Mango Plaza zwischen Alajuela und Flughafen.

Gebucht hatten wir hatten wir bei "sunnycars" über "billiger-mietwagen.de" einen RAV4 oder vergleichbaren Wagen mit Allradantrieb. Tatsächlich aber bekamen wir einen SsangYong Korando Man G20D. Wir waren schon etwas stutzig, als wir in den Wagen einstiegen, da eine Zuschaltung für den Allradantrieb fehlte. Der Vermieter erklärte uns jedoch, dass das Fahrzeug einen permanenten Allradantrieb hätte. Ja nee, is klar…

Okay, der Wagen sah sehr neu aus und roch auch so – also nach Plastik. Wir haben dem Vermieter also erstmal geglaubt und sind über die Straße 712 Richtung Vulkan Poás gefahren. Spätestens bei der ersten Steigung wurde uns klar, dass unser Auto definitiv keinen Allradantrieb hatte.

Vor unserem Hotel, der Poás Lodge*, schauten wir gemeinsam mit dem Bruder der Besitzerin unter den Wagen und stellten fest, dass dieser kein Differenzial an der Hinterachse, also nur einen Frontantrieb hatte, der zudem auch noch schwächelte. Nachdem wir den Chef des "Europcar"-Büros in Alajuela nach fünf Versuchen endlich telefonisch erreicht hatten, sah sich dieser zunächst außerstande, ein Allradfahrzeug zu organisieren und wir sahen uns schon spätestens auf dem Weg nach Caño Negro (siehe Tag 6) irgendwo in der Pampa stehen.

Wir wendeten uns daher per E-Mail an "billiger-mietwagen.de" und erhielten schließlich die Zusage, dass uns an einem der darauffolgenden Tage ein Fahrzeug mit Allradantrieb überstellt werden sollte.

Fantastische Aussichten

Unser Hotel, die Poás Lodge, hatte eine traumhafte Lage am Hang des Vulkans in einer Höhe von 2200 Metern und lag nur vier Kilometer von der Zufahrt zum Krater entfernt. Der Blick aus unserem Hotelzimmer und dem Panoramafenster des Restaurants hinunter ins Valle Central mit der Hauptstadt San José und den umliegenden Vulkanen war einfach atemberaubend schön. Matthew und Leah, die amerikanischen Besitzer waren supernett und das Essen sehr lecker. Abends wurde es dann doch ziemlich frisch, und da war es schön, dass das Feuer im Kamin des Restaurants brannte und man sich dort auf eins der Sofas lümmeln, lesen oder mit den anderen Gästen quatschen konnte.

Ausblick Poás Lodge

Ausblick von der Poás Lodge aufs Valle Central

Leider waren bei unserem Besuch der Krater des Vulkans Poás wie auch die Zufahrtsstraße dorthin aufgrund von Vulkan-Aktivitäten schon seit über einem Jahr gesperrt. Blöd war, dass wir das nicht wussten. Soviel also zu unserer akribischen Reiseplanung. Also versuchten wir, das Beste daraus zu machen und zogen uns zu einem ausgiebigen Mittagsschläfchen in unser Zimmer zurück.

Am Abend haben wir im Restaurant das Essen und den tollen Ausblick bei sternklarem Himmel genossen. Unter uns im Tal leuchteten die Hauptstadt San José, Alajuela und die Dörfer der umliegenden Gemeinden, eingerahmt von den dunklen Silhouetten der umgebenden Vulkane. Links von uns der Vulkan Barva (2906 m), dahinter der Vulkan Irazú (3400 m), im Süden die "nur" 2000 Meter hohen südlichen Ausläufer der Cordillera de Talamanca. Pura Vida!

Empfehlenswerte Unterkünfte am Vulkan Poás

Am Fuß des Vulkans gibt es mehrere schöne Berghotels und Lodges mit zum Teil atemberaubender Aussicht, darunter die Poás Volcano Lodge*, die Peace Lodge*, die Volcán Poás-Vara Blanca Tiquicia Lodge* und die von jungen Amerikanern geführte Poás Lodge* in unmittelbarer Nähe der Krater-Zufahrt, in der auch wir gewohnt haben.

Viele weitere Unterkünfte am Vulkan Poás (Vara Blanca) findest du in der Hotelübersicht* bei Booking.com.

Tag 3: Ausflug vom Vulkan Poás zu den La Paz Waterfall Gardens

La Paz Waterfall Gardens

La Paz Waterfall Gardens

Kurzüberblick

In der Nacht waren Wolken aufgezogen, und es hatte geregnet. Zwar war es am Morgen noch immer bewölkt, doch im Laufe des Tages sollte es aufklaren. Da wir wegen der gesperrten Zufahrt nicht hinauf zum Vulkan Poás fahren konnten, beschlossen wir, alternativ einen Ausflug zu den La Paz Waterfall Gardens zu machen.

Die Straßen dorthin sind gut ausgebaut – an einigen Brücken allerdings nur einspurig, so dass der Gegenverkehr mal Vorfahrt hat, mal warten muss. Das letzte Stück zu den La Paz Waterfall Gardens führt wieder über ein paar Serpentinen. Wie bei den meisten Touristen-Attraktionen in Costa Rica ist auch der Parkplatz an den La Paz Waterfall Gardens bewacht.

Vom Haupteingang der La Paz Waterfall Gardens mit Ticketschalter und Souvenirgeschäft führt ein gut ausgeschilderter, mehrere Kilometer langer Weg durch den Park, der im vorderen Teil wie ein botanischer beziehungsweise zoologischer Garten gestaltet ist.

Mancherorts schwirren und flattern Kolibris und Schmetterlinge umher, in einer großen Voliere kannst du mit Tukanen auf Tuchfühlung gehen. Vielen dieser farbenprächtigen Geschöpfe wie z.B. dem Blauen Morphofalter (Morpho peleides) kannst du in Costa Rica auch in freier Natur begegnen, aber eben nicht in dieser Menge. Die Affen- und Raubtiergehege kann man sich ansehen, muss man aber nicht. Wir wollten die La Paz Waterfall Gardens auch nicht wegen der eingesperrten Tiere besuchen, sondern hauptsächlich wegen der Wasserfälle. Und die lohnen den Weg, der mal bergauf und mal bergab führt, auf jeden Fall!

Insgesamt haben wir mehr als drei Stunden in den La Paz Waterfall Gardens verbracht, sind zu allen fünf Wasserfällen gelaufen, haben fotografiert und Videos gemacht.

Am Ende des Trails befindet sich ebenfalls ein Besucherzentrum mit einem Souvenirshop und einem kleinen Restaurant. Von dort fährt ein alter amerikanischer Schulbus die Parkbesucher wieder zurück zum Haupteingang.

Anschließend fuhren wir wieder zurück zur Poás Lodge. Auf dem Rückweg probierten wir an den Verkaufsständen entlang der Straße Palmenherzen-Käse und Wein aus der Region.

Tag 4: Fahrt vom Vulkan Poás über Sarchí zum Vulkan Arenal

Kurzüberblick

Da wir am Vulkan Arenal nicht vor 14 Uhr in unserem Hotel hätten einchecken können, hatten wir es nicht eilig und haben vor unserer Abreise in der Poás Lodge noch in aller Ruhe gefrühstückt. Gegen 11 Uhr ging es dann los: über Sarchí nach La Fortuna und zum Vulkan Arenal. Der kürzeste Weg dorthin führt über die Straßen 146 und 107. Beide Straßen sind zwar in gutem Zustand, doch wegen der Geschwindigkeitsbegrenzungen und vielen Kurven haben wir am Ende doch eine gute Stunde für gerade einmal 30 Kilometer gebraucht.

Die Strecke führt durch eine in allen Grünschattierungen leuchtende Landschaft. Der strahlende Sonnenschein trug dazu bei, dass fast jeder Ausblick von der Straße als Postkartenmotiv hätte durchgehen können. Vereinzelt stand auch das eine oder andere hübsche Haus am Wegesrand. Die meisten Häuser muteten allerdings eher quadratisch, praktisch, gut an und hatten so gar nichts von Pura Vida.

Viele Gebäude – vor allem in den Ortschaften – sehen obendrein aus wie Hochsicherheitstrakte. Vergitterte Terrassen, Balkone und Fenster – und dann noch alles von einem Elektrozaun mit dreifachem Stacheldrahtaufsatz umgeben. So ähnlich kannten wir das schon von Mexiko, allerdings kam es uns hier noch krasser vor. Da helfen auch die oftmals bunten Anstriche der Häuser nichts.

Zwischenstopp in Sarchí

Dann also Zwischenstopp in Sarchí und Besichtigung der Kirche (Parroquía Sarchí) und des gegenüberliegenden Parque Sarchí, wo der größte Ochsenkarren (Carreta) der Welt zu bewundern ist. Das Städtchen Sarchí ist bekannt für die Herstellung der so genannten Carretas, kunstvoll bemalte Ochsenkarren, mit denen einst der Kaffee aus dem Hochland zu den Häfen an der Pazifikküste transportiert wurde. Heutzutage werden Carretas in der Landwirtschaft nur noch vereinzelt eingesetzt.

Ochsenkarren Costa Rica

Landestypischer Ochsenkarren

Sarchí ist allerdings nicht nur bekannt für die Herstellung von Ochsenkarren, sondern auch von Kunsthandwerk und Holzmöbeln wie u. a. klappbare Schaukelstühle.

Wir haben jedoch keinen Schaukelstuhl gekauft und sind nach einem kurzen Bummel durch die Innenstadt weiter zum Vulkan Arenal gefahren. Für die restlichen 110 Kilometer brauchten wir dann noch einmal zweieinhalb Stunden.

Ankunft am Vulkan Arenal

Der Vulkan Arenal ist wirklich ein Bilderbuch-Vulkan, umgeben von dichtem Regenwald und gekrönt von einer Rauchwolke, die beständig aus dem Krater steigt. Von unserer Terrasse im Hotel Campo Verde*, das nur viereinhalb Kilometer vom Vulkan entfernt liegt, konnten wir den Krater direkt vor uns sehen. Der Ausblick war unbeschreiblich schön!

Vulkan Arenal

Blick von unserer Terrasse im Hotel Campo Verde auf den Vulkan Arenal

Am Rande des Hotelgeländes beginnt ein Dschungel Trail ("La Pava Trail"), der etwa zwei Stunden durch den Regenwald führt. Also schnappten wir uns die Kamera und das Tele und sind los. Allerdings waren am helllichten Tage nicht allzu viele Tiere auszumachen. Außer Waldkrabben und Blattschneiderameisen haben wir keine weiteren sehen können. Hinzu kam, dass wir unsere Wanderung schon nach einer halben Stunde wegen eines heftigen Tropenregens abbrechen und wieder umkehren mussten. Bis auf die Haut durchnässt kamen wir an unserem Bungalow an. Pura Vida eben.

Gegen Abend entdeckten wir in einem der Bäume auf dem parkähnlichen Hotelgelände einen Tukan. In den Sträuchern vor unserer Terrasse flatterten Kolibris, Schmetterlinge und andere bunte Vögel, denen die Hobby-Ornithologen aus den Nachbarbungalows mit Riesen-Teleobjektiven hinterher jagten. Wir haben stattdessen auf der Terrasse unser kaltes Bier und den Ausblick auf den Vulkan Arenal genossen, begleitet von den lauten Rufen der Brüllaffen aus dem nahen Dschungel.

Abendessen im Steakhaus "Mirador Arenal"

Bei Dunkelheit haben wir uns losgerissen und das Steakhaus "Mirador Arenal" an der Straße vis-à-vis der Hotelzufahrt geentert. Das Atmosphäre dort war… na ja, Steakhaus eben. Dunkles Holz, Sättel und Cowboy-Zeugs an den Wänden, ein mürrischer Kellner, der sich in seiner Vorabendruhe gestört fühlte. Wir waren zu diesem Zeitpunkt die einzigen Gäste. Doch am Ende waren sowohl die Margaritas als auch die Steaks wirklich gut und der Preis okay.

Anschließend haben wir es uns wieder auf der Terrasse unseres Bungalows im Hotel Campo Verde gemütlich gemacht. Doch leider schickte der Arenal keine Glutströme für uns als Abendbeleuchtung den Hang hinunter.

Da wir für den darauffolgenden Tag einen Wanderung und eine Seilbahnfahrt durch den Sky Adventure Park geplant hatten und bereits um 7.45 Uhr abgeholt werden sollten, gingen wir zeitig schlafen. Pura Vida!

Empfehlenswerte Unterkünfte am Vulkan Arenal

Die meisten Unterkünfte am Vulkan Arenal befinden sich in dem Touristen-Städtchen La Fortuna, das etwa zwölf Kilometer vom Eingang des Parque Nacional Volcán Arenal entfernt liegt.

Gute Mittelklasse-Hotels in La Fortuna sind u. a. das Hotel Monte Real*, das Hotel El Secreto*, die Apartamentos RyA del Volcán* und das Regina Hotel*.

Einfach und preiswert wohnst du u. a. im Thiago's*, in den Allamanda Rooms*, im Arenal Container Hostel* und im Blue Monday House*.

Entlang der zwölf Kilometer langen Verbindungsstraße zwischen La Fortuna und Nationalpark gibt es weitere Hotels und Lodges mit oftmals atemberaubenden Blick auf den Vulkan Arenal. Gute Mittelklasse-Hotels dort sind u. a. das Hotel Campo Verde*, die Arenal Bungalows*, die Lumbres del Arenal Cabinas y Villas* und die Cabinas Los Guayabos*.

Luxus pur genießt du im Hotel Arenal Kioro Suites & Spa*.

Tipp für Naturfreunde: Eine schöne Lodge mitten im Wald ist die Arenal Oasis Eco Lodge*. Die Unterkunft bietet auch Bird- und Frog-Watching-Touren an.

Viele weitere Unterkünfte am Vulkan Arenal findest du in der Hotelübersicht* bei Booking.com.

Tag 5: Ausflug in den Sky Adventure Park, Übergabe des neuen Mietwagens, Einkaufen in la Fortuna – und eine böse Überraschung

Kurzüberblick

Erwähnten wir schon, dass das kein reiner Erholungsurlaub war? Da wir immer gern ausgiebig und vor allem in Ruhe frühstücken und das auch an diesem Morgen vor unserem Ausflug zum Sky Adventure Park tun wollten, standen wir bereits um 5 Uhr früh auf.

Der Bus sollte uns um kurz nach halb sieben abholen. Um kurz vor sieben war er schließlich da. Also auf ins Abenteuer Regenwald!

Die halbstündige Fahrt zum Sky Adventure Park, der sich auf einem Berg gegenüber des Vulkans Arenal befindet, verlief gut und führte die letzten Kilometer über eine Schotterpiste. Als erstes stand eine 3,5 km lange Dschungel-Wanderung (Sky Walk) auf dem Programm, anschließend eine Seilbahnfahrt (Sky Tram) über die Wipfel des Regenwalds hinweg rauf auf den Gipfel des Bergs. Preis pro Person: 67 US Dollar inklusive Guide und Hotel-Pick-up. Okay, günstig ist anders, aber wir wussten ja, dass die Preise in Costa Rica für solche Aktionen relativ hoch sind.

Unsere Dschungel-Wanderung (Sky Walk)

Es hatte sich eine kleine Gruppe aus acht Wanderern zusammengefunden, und nach einer kurzen Einweisung des Guides ging es gegen 8 Uhr auch schon los. Der Trail war gut ausgebaut und führte über ein paar Hügel mit den dazugehörigen Hängebücken und ein tiefes Flusstal durch den sattgrünen Regenwald. Der Guide zeigte uns die eine oder andere besondere Pflanze am Wegesrand und halft uns, mit Hilfe eines Teleskops die Tiere im Wald zu entdecken – und davon gab es so einige zu sehen.

Sky Adventure Park Arenal

Hängende Brücke im Sky Adventure Park am Arenal

Auf dem ganzen Weg konnten wir die Brüllaffen hören und bekamen sie auch an der ersten Hängebrücke, die wir passierten, hoch über uns in den Baumwipfeln zu sehen. Eine Horde von acht Affen tobte da durchs Geäst. Der Guide wies uns noch darauf hin, dass die Affen, wenn sie sich gestört fühlten, die Wanderer gern mal mit ihrem Kot bewerfen. Das blieb uns, Gott sei Dank, erspart. Aber auf dem Geländer der Hängebrücke waren zumindest Spuren einer solchen Aktion zu finden, wie einer der Mitwanderer feststellen musste, nachdem er prompt reingefasst hatte. Pura Vida?

Toll war, dass wir ziemlich weit oben in einem Baumwipfel einen Urutau-Tagschläfer (sieht aus wie ein Kauz) mit dem Teleobjektiv entdecken und fotografieren konnten. Auch ein Veilchentrogon, ein Verwandter des Quetzals, flatterte uns vor die Linse. Ohne versierten Guide hätten wir die meisten Tiere im Dschungel wahrscheinlich nicht ausmachen können.

Es ging teilweise steil bergauf und bergab. Doch trotz der hohen Luftfeuchtigkeit war unsere Dschungel-Wanderung bei erträglichen 26 Grad Celsius nicht allzu anstrengend. Am höchsten Punkt der Wanderung, bei einer Hütte mit WC und Frischwasser, gab es auf einmal ein ziemliches Tohuwabohu im Geäst der Urwaldriesen. Eine Gruppe großer, wilder Truthähne tobte da durchs Grün. Das war ziemlich beeindruckend, und wir waren froh, dass wir sie, wie zuvor die Brüllaffen, den Urutau und Trogon, mit dem Tele fotografieren konnten.

Anschließend ging es über hängende Brücken und vorbei an einem kleinen Wildbach, Riesenfarnen, Palmen und Helikonien zunächst wieder runter ins Tal. Der Aufstieg dann zurück zum Besucherzentrum gegen 11 Uhr war schon etwas schweißtreibend, aber toll.

Unsere Fahrt mit der Seibahn (Sky Tram)

Oben angekommen, war erst einmal eine Verschnaufpause mit einem kühlen Getränk und einem kleinen Snack im Restaurant mit Blick auf den Vulkan Arenal angesagt. Frisch gestärkt ging es anschließend mit der Sky Tram hinauf auf den Gipfel des Bergs mit Aussicht auf die Arenalsee (Laguna de Arenal). Die Seilbahnfahrt war schon ziemlich beeindruckend. Vorbei an mit Lianen behangenen und von Würgefeigen umschlungenen Urwaldriesen, an denen zahlreiche Orchideen um die Wette blühten. Zwischendurch schwirrten immer wieder Kolibris um uns herum, und bunte Schmetterlinge flatterten von Blüte zu Blüte.

gb Sky Tram

Seilbahn (Sky Tram) im Sky Adventure Park

Mittlerweile war es Mittag geworden. Größere Tiere sind um diese Zeit in der Regel nicht zu sehen. Dafür muss man in den frühen Morgenstunden oder am Abend unterwegs sein.

Insgesamt war unsere Tour in den Sky Adventure Park am Arenal zwar ein recht teures Vergnügen, aber gerade zum Beginn unserer Costa-Rica-Rundreise genau richtig, um einen ersten Eindruck von der Flora und Fauna des Landes zu bekommen mit Hilfe eines Guides den Blick auch für eigene Erkundungen zu schärfen.

Übernahme unseres neuen Mietwagens mit Allradantrieb

Zurück im Hotel Campo Verde, stand tatsächlich unser neuer Mietwagen mit Allradantrieb an der Rezeption. Der Fahrer von "Europcar" war ein bisschen angespannt und hat sich mit der Einweisung nicht viel Zeit genommen, uns aber wenigstens beim Umladen der Sachen, die wir noch in unserem SsangYong hatten, geholfen. Nun hatten wir einen Fünftürer Mitsubishi Montero Sport mit V6, 209 PS und Automatik-Fünfgang-Getriebe. Das war schon ein anderer Schnack.

Mietwagen Costa Rica

Endlich da: unser neuer Mietwagen mit Allradantrieb

Einkaufsbummel in La Fortuna

Also haben wir uns schnell geduscht, die Kamera samt Objektiven im Zimmer abgelegt und sind mit dem Auto in den nächst größeren Ort La Fortuna zum Einkaufen und Tanken gefahren. Im Supermarkt bekamen wir alles, was wir brauchten. Auch eine Styropor-Kühlkiste, Eiswürfel, Tequila, Tripple Sec und Limetten für unsere obligatorischen Sundowner-Margaritas. Vernünftiges Klopapier, Servietten und ein paar Snacks für unterwegs durften natürlich auch nicht fehlen.

Wir waren also gut ausgerüstet. Jetzt noch schnell tanken, dachten wir. Aber leider mussten wir feststellen, dass der linke Hinterreifen ziemlich platt war. Mit dem Plattfuß würden wir am nächsten Tag wohl kaum über die Schotterpisten nach Cañjo Negro fahren können.

Wir hofften jedoch, dass der Fahrer vor der Auslieferung einfach nur vergessen hatte, Luft nachzufüllen. Also pumpten wir den Reifen an einer Tankstelle auf und fuhren zurück zu unserem Hotel. Auf dem Weg sahen wir das peruanische Restaurant "Ceviche del Rey", das uns gefiel, hielten kurz an und reservierten für abends vorsichtshalber einen Tisch.

Man kommt in Costa Rica in den Touristengebieten eigentlich ganz gut mit Englisch zurecht, besser ist es aber, Spanisch zu sprechen. Insbesondere in abgelegenen Gebieten und auf dem Land.

Ich kann zumindest die Speisekarte lesen und nach dem Weg fragen. Meine Freundin Gudrun ist da aber ziemlich perfekt, was sich, wie sich später noch rausstellen sollte, als überaus hilfreich erweisen würde.

Einbruch in unseren Bungalow im Hotel Campo Verde

An unserem Bungalow angekommen, haben wir erstmal die Sachen im Kühlschrank verstaut und uns gleich anschließend mit einem kühlen Bier auf die Terrasse gehockt. Wir hatten uns noch gewundert, dass die Terrasse voller Erde war, obwohl wir nach unserer Wanderung durch den Sky Adventure Park unsere schmutzigen Schuhe bereits im Garten ausgezogen hatten.

Da bis zu unserem Restaurant-Besuch noch etwas Zeit war, wollten wir schon mal die Fotos von der Speicherkarte der Spiegelreflex-Kamera auf dem Laptop sichern. Also ging Gudrun in den Bungalow, um ihren Laptop und meine Nikon zu holen. Plötzlich hörte ich sie laut rufen. Wie sich herausstellte, war der Rucksack, in dem sie ihren Laptop verstaut hatte, leer, meine Nikon samt aller Wechselobjektive, die auf dem Bett lagen, verschwunden. Ebenso der E-Book-Reader und das iPad inklusive aller Ladegeräte sowie unsere Trekking-Schuhe. Alles weg. Nichts also mit Pura Vida.

An der Tür, die ganz normal verschlossen war, als wir vom Einkaufen aus La Fortuna zurückgekommen waren, konnten wir keine Einbruchsspuren feststellen. Auch die Fenster sahen – zumindest auf den ersten Blick – völlig unversehrt aus. Hatte etwa das Hotelpersonal...? Also sind wir ziemlich aufgelöst zur Rezeption gerannt und berichteten der hinter dem Tresen an ihrem Handy spielenden Dame von dem Vorfall.

Nein, sie habe nichts mitbekommen, sagte sie, und außerdem sei ja auch ein Nachtwächter ab 18 Uhr auf dem Gelände. Nur, dass sich der Einbruch schon deutlich früher, also zwischen 13.30 und 16 Uhr während unseres Einkaufs in La Fortuna, ereignet haben musste. Die Inhaberin des Hotels war natürlich telefonisch nicht erreichbar. Nach langem Hin und Her erklärte sich die Rezeptionistin dann auf unsere Bitte hin endlich bereit, die Touristen-Polizei zu verständigen.

Besuch der Touristen-Polizei

20 Minuten später trafen dann auch zwei Polizisten ein, die mit uns zusammen zum Bungalow gingen. Mittlerweile war es lange nach 18 Uhr und bereits dunkel. Estéban und sein Kollege gingen also mit ihren Taschenlampen um den Bungalow herum und fanden dann auch das Wohnzimmerfenster aufgebrochen, mit Fußspuren im Blumenbeet davor. Das vermeintlich ordentlich verschlossene Fenster erwies sich als billiger Alurahmen, den die Einbrecher mit einem Schraubenzieher wie mit einem Dosenöffner aufgebrochen und anschließend wieder zugeschoben hatten, so dass uns von innen nichts aufgefallen war.

Aufgebrochenes Hotelzimmer-Fenster

Unser aufgebrochenes Bungalow-Fenster im Hotel Campo Verde

Nun kamen uns Gudruns Spanischkenntnisse sehr zugute. Wir schilderten den Polizisten, was uns alles gestohlen worden war, und sie nahmen alles zu Protokoll. Anschließend versprach uns Estéban, dass wir den Bericht für unsere Versicherung in Deutschland, die übrigens glücklicherweise nach unserer Reise etwa 80 Prozent des Kaufpreises der gestohlenen Gegenstände erstattete, am nächsten Tag in der Polizeistation in La Fortuna abholen könnten. Denn dass wir unsere gestohlenen Sachen jemals wiedersehen würden, hielten die Polizisten für mehr als unwahrscheinlich. Das war ein ziemlicher Schlag ins Kontor. Von wegen Pura Vida.

Aber deswegen die Flinte ins Korn zu werfen, kam natürlich nicht in Frage. Zum Glück hatten wir unsere Smartphones und Kreditkarten, einiges an Bargeld und – ganz wichtig – unsere Reispässe im Zimmersafe eingeschlossen, so dass wir nicht ganz aufgeschmissen waren.

Tag 6: Fahrt vom Vulkan Arenal nach Cañjo Negro via Katira und Río Celeste

Kurzüberblick

Die Aufregung des gestrigen Abends saß uns immer noch in den Knochen, und so war das eine eher unruhige Nacht. Nach dem Frühstück ging es dann neuen Mutes weiter zum Refugio Nacional de Vida Silvestre Caño Negro.

Da wir unbedingt noch den für sein blaues Wasser berühmten Río Celeste sehen wollten, fuhren wir nicht über die Straße 35, sondern über die Straße 4 via Katira und Upala nach Cañjo Negro. Beide Strecken sind ca. 115 Kilometer lang. In beiden Fällen fährt man etwas mehr als zwei Stunden, weil die letzten 30 Kilometer über eine lehmige, holperige Schotterpiste führen, was sich bei Regen als problematisch erweisen könnte.

Der Weg nach Katira war unspektakulär, aber die Straßen okay. Nach ein paar weiteren Kilometern wären wir fast am Río Celeste vorbeigefahren, weil die Badestelle an der Brücke und auch der Weg zu den Wasserfällen nicht ausgeschildert waren.

Das Wasser des Río Celeste ist tatsächlich milchig-blau bis türkis und sieht mit den großen Felsen im Fluss einfach toll aus. Nur selten verirren sich Touristen hierher. Umso beliebter ist die Badestelle bei den "Ticos", die hier die Wochenenden verbringen und am Ufer des Flusses im Schatten der Bäume picknicken. Lust hätten wir schon gehabt, in den himmelblauen Río Celeste zu springen, doch wollten wir schließlich noch vor Einbruch der Dunkelheit in Cañjo Negro ankommen.

Río Celeste, Costa-Rica-Rundreise

Badestelle am Río Celeste

An der Ortausfahrt von Col Puntarenas, Höhe Baumarkt Almacén Agro Logos Colonia, ging es dann rechts von der Straße 4 auf die 138 und damit auf die Schotterpiste nach Cañjo Negro. Bewährungsprobe also für den Allradantrieb.

Den hätte es zwar bei der größtenteils trockenen Piste nicht zwingend gebraucht, aber es fuhr sich auf jeden Fall besser. Zumal es durchaus von Vorteil ist, wenn der Wagen etwas mehr Bodenfreiheit hat als ein normaler Pkw. Denn auf der Piste lagen hin und wieder kindskopfgroße Feldsteine, und manche Streckenabschnitte hätte man mit einem normalen Pkw nur im Schritttempo fahren können. So ging es aber mit durchschnittlich 30 km/h ganz gut voran. Nach einer Stunde war die Schotterpiste geschafft und hatte zumindest mir als Fahrerin auch richtig Spaß gemacht.

Schotterpiste Cañjo Negro

Schotterpiste nach Cañjo Negro

Ankunft in Cañjo Negro

Nach den insgesamt zweieinhalb Stunden Fahrt hatten wir unser Hotel in Cañjo Negro, das Hotel de Campo*, schließlich erreicht. Die Bungalow-Anlage befindet sich auf einem parkähnlichen Grundstück mit großen Bäumen und einem schönen Pool und liegt direkt an einer Lagune.

Nachdem wir unsere Sachen in den Bungalow verfrachtet hatten, sind wir erstmal in den Pool gesprungen und haben anschließend ein kühles Bier auf unserer Veranda getrunken. So erfrischt ging's dann auf Erkundungstour in den Ort Cañjo Negro, wo es außer zwei, drei Restaurants und einem Soda jedoch nichts weiter gibt.

Sodas sind meist kleine, einfache Restaurants, die in der Regel auch nur ein paar Speisen auf der Karte haben. In dem einzigen Soda am "Hauptplatz" von Cañjo Negro bestellten wir uns ein Casado (landestypische Mahlzeit, meist bestehend aus Fleisch mit Sauce, Reis, Bohnen und Kartoffeln) und gebratenes, sehr leckeres Fischfilet.

Wieder zurück im Hotel, buchten wir für den nächsten Morgen unsere Bootstour auf dem Río Frío, dem zentralen Fluss im Refugio Nacional de Vida Silvestre Caño Negro, und erkundeten anschließend das parkähnlich angelegte Hotel-Gelände mit einem botanischen Garten. Durch einen großen Mangobaum tobte eine Horde Klammeraffen, die wir im weiteren Verlauf unserer Costa-Rica-Rundreise noch viele Male würden sehen können.

Klammeraffe

Klammeraffe auf dem Gelände des Hotels de Campo

Unten an der Lagune hatten ein paar Vogelkundler ihre Teleskope aufgestellt und fachsimpelten über die dort zu sehenden Vögel, darunter Silberreiher und Rallen, aber auch Fledermäuse, die in der beginnenden Dämmerung auf Beutezug gingen. Das Wasser in der Lagune war spiegelglatt und die ruhige Abendstimmung sehr entspannend.

Das anschließende Abendessen im Hotel-Restaurant war weniger landestypisch. Auf der Speisekarte standen vorrangig italienische Gerichte, die selbst für ein nicht ganz preiswertes Reiseland wie Costa Rica recht teuer waren. Hübsch war, dass das Restaurant durch einen künstlichen Flusslauf geteilt war. In den Becken schwammen Kois und Wasserschildkröten, ein paar Frösche hüpften auch herum.

Empfehlenswerte Unterkünfte in Caño Negro

Hotel de Campo*, Natural Lodge Caño Negro*, Poponjoche Lodge Caño Negro* und Posada Rural Oasis*.

Tag 7: Bootstour auf dem Río Frío in Caño Negro

Bootstour

Ein Boot ganz für uns allein

Kurzüberblick

Pünktlich um 6.30 Uhr wurden wir von unserem Guide im Hotel abgeholt und waren bereits 15 Minuten später an Bord unseres Motorboots. Kaum, dass wir aus der Lagune raus und auf den Rio Frio gefahren waren, kam absolutes Dschungelfeeling auf.

Die morgendliche Stimmung auf dem Fluss war einfach unvergleichlich schön. Wir waren mit unserem Guide ganz allein auf dem ruhig dahin fließendem Fluss, der von Grün in allen Schattierungen gerahmt war. Immer wieder mussten wir umgestürzten Bäumen im Wasser ausweichen. An den lehmigen Ufern sonnten sich unzählige Schildkröten, dicht an dicht mit bis zu zwei Meter langen Kaimanen, die wie hingegossen auf umgestürzten Bäumen lagen. Ein Postkartenmotiv folgte aufs andere.

An den Ufern patrouillierten über einen Meter lange Grüne Leguane, selbst in den 30 Meter hohen Bäumen waren sie im Geäst unterwegs, um hier und dort Blüten zu fressen. Immer wieder konnten wir Amazon Kingfisher und die etwas kleineren Zwergkönigsfischer beobachten, die umherflogen oder auf Ästen über dem Wasser nach Beutefischen Ausschau hielten. Elegante Silberreiher staksten neben Kormoranen, die ihre Flügel abgespreizt hatten, um sie von der Sonne trocknen zu lassen.

Wir sahen Aztekensittiche, Schlangenhalsvögel, weiße Ibisse, Nacktkehlreiher, Cayennerallen, Amerikanische Stelzenläufer und als Krönung einen riesigen Schwarm Rosalöffler, um nur einige der Vögel zu nennen, die uns auf unserer dreistündigen Bootstour auf dem Río Frío begegneten. Fast am Schluss zeigte sich auf einer Schlammbank am Ufer noch ein wunderschön leuchtend-grüner Stirnlappenbasilisk (Jesus Christ Lizard). Pura Vida!

Boostour Caño Negro

Río Frío im Feuchtgebiet Caño Negro

Kaimane Caño Negro

Kaimane am Flussufer

Amerikanischer Schlangenhalsvogel

Amerikanischer Schlangenhalsvogel

Tag 8: Fahrt von Cañjo Negro über die Cataratas Llanos de Cortés nach Liberia

Kurzüberblick

Heute sollte es wieder über die Schotterpiste zurück nach Upala gehen und dann über die Straßen 6 und 1 (Interamericana) zu den Cataratas Llanos de Cortés und weiter nach Liberia. Die Schotterpiste war glücklicherweise immer noch trocken und die Straße 6 gut ausgebaut, so dass wir prima voran kamen und für die 106 Kilometer bis zu den Wasserfällen "nur" zweieinhalb Stunden brauchten.

Wir hatten gelesen, dass die Abfahrt von der Ruta 1 (Interamericana) zu den Cataratas Llanos de Cortés leicht zu übersehen sei, aber dank unserer "Waze"-Navigationsapp kamen wir, ohne lange suchen zu müssen, direkt auf dem bewachten Parkplatz oberhalb der Wasserfälle an.

Besuch der Wasserfälle

Hinunter zu den Wasserfällen geht's über einen etwa 100 Meter langen Dschungel-Trail, der an einem kleinen Bach voller Forellen vorbei führt. In nächster Nähe hörten wir schon den zweistufigen, 20 Meter hohen Wasserfall rauschen, der sich in einen großen, natürlichen Pool ergießt und sich perfekt zum Baden eignet.

Die Cataratas Llanos de Cortés sind vor allem bei Einheimischen beliebt. An den Wochenenden wird die Badestelle von zahlreichen "Ticos" bevölkert, die mit Kind und Kegel im Schatten der Bäume picknicken. In der Woche hält sich der Andrang in Grenzen. Schon allein wegen der tollen Lage mitten im Dschungel lohnen die Cataratas Llanos de Cortés in jedem Fall einen Abstecher, selbst, wenn man dort nicht baden will.

Cataratas Llanos de Cortés

Cataratas Llanos de Cortés

Ankunft in Liberia

Anschließend fuhren wir zurück zur Interamericana (Ruta 1) und weiter nach Liberia. Dort checkten wir im Hotel Boyeros* ein, einer etwas in die Jahre gekommenen, zweistöckigen Anlage im 70er-Jahre-Stil. Trotz direkter Lage an der Interamericana ist das Hotel sehr ruhig, da alle Zimmer (mit Balkon) zu einer großen Freifläche mit einer Pool-Landschaft ausgerichtet sind. Das Frühstück im Hotel Boyeros war okay, allerdings hätten die Kellner etwas freundlicher sein können. Von "Pura Vida" war da nicht viel zu merken.

Am selben Nachmittag machten wir noch eine Tour zu den Stränden am Golfo de Papagayo und fuhren auf dem Rückweg ins Zentrum von Liberia hinein. Die Innenstadt Liberias ist mit dem Auto etwas schwierig zu erkunden, da es fast nur Einbahnstraßen gibt. Ohne vernünftiges Navi bist du dort ziemlich aufgeschmissen. Unsere "Waze"-App erwies sich allerdings auch diesmal wieder als zuverlässig, und so kamen wir problemlos an unserem Ziel, dem Café Liberia (Calle Real, zw. Av. 2 und 4), an. Das Café, das sich in einem alten Kolonialgebäude befindet, war ein wirklich guter Tipp aus unserem "Loose"-Reiseführer.

Selfie Strand

Selfie an der Playa Hermosa (Strand am Golfo de Papagayo)

Café Liberia

Café Liberia

Auf den ersten Blick unterscheidet sich das Haus, in dem sich das Café Liberia befindet, nicht unbedingt von den anderen, eher unauffälligen Gebäuden in der Umgebung. Auf den zweiten Blick fallen allerdings die schönen, aufwändig gestalteten, dunklen, Holz-Fensterrahmen mit den Klappläden auf. Ebenso die beiden Räume rechts und links des Eingangsflurs mit den schön bemalten Decken. Das hatte schon was. Über den Flur gelangt man schließlich in den Patio (Innenhof) mit mehreren alten Wirtschaftsgebäuden und einem riesigen, originalen, mit Holz ummantelten Kühlschrank.

Die Bedienung im Café Liberia war ebenso wie der Koch supernett und der Eiscafé mit Zimt einfach Hammer! Pura Vida!

Am Abend waren wir unweit unseres Hotels im "Restaurante Jauja", Av. 25. Julio, Ecke Calle 10, essen. Das war zwar keine kulinarische Offenbarung, aber nett, und die Preise waren okay.

Empfehlenswerte Unterkünfte in Liberia

Gute Mittelklasse-Hotels in Liberia sind u. a. das Best Western El Sitio Hotel & Casino* und das Hotel Boyeros* (beide nahe der Zufahrt zur Interamericana)

Beliebte, preiswerte Unterkünfte im Zentrum von Liberia sind das Backpackers Liberia*, das Hostal My Green House* und das Hostal Nanku*.

Tag 9: Ausflug von Liberia zum Parque Nacional Rincón de la Vieja ...und Reifenwechsel-Odyssee

Kurzüberblick

Heute sollte es also mal wieder ein Vulkan sein. Diesmal der Rincón de la Vieja, genauer gesagt: der Sector Pailas im Parque Nacional Rincon de la Vieja. Die Straße von Liberia dorthin ist größtenteils asphaltiert und in gutem Zustand. Nur das letzte Stück ist Schotterpiste, aber auch mit einem normalen Pkw ohne Probleme zu schaffen.

Es gibt noch einen zweiten Eingang zum Nationalpark (Sector Santa María). Dorthin dauert die Autofahrt etwa 30 Minuten länger. Der Sector Santa María ist bekannt für seine Thermalquellen und Wasserfälle.

Wir wollten allerdings lieber im Sector Pailas den drei Kilometer langen Rundwanderweg zu Fumarolen und Schlammlöchern gehen. Eine Alternative wäre der Weg hinauf zum Krater des Rincón de la Vieja gewesen, der jedoch wegen Aktivitäten des Vulkans für Besucher gesperrt war.

Die Fumarolen und Schlammlöcher im Sector Pailas muss man einfach gesehen haben. Überall spritzt, zischt und brodelt es aus der Erde und stinkt auch ziemlich stark nach Schwefel. Der Rundweg "Las Pailas" verläuft zum Teil durch steppenartigen Trockenwald und ab Höhe Wasserfall Escondidas dann weiter durch den Regenwald. Auf nur drei Kilometern durchquerst du also unterschiedliche Vegetationszonen.

Schlammloch, Rincón de la Vieja

Schlammloch im Sector Pailas am Rincón de la Vieja

Würgefeige Costa Rica

Würgefeige am Rundwanderweg

Auf unserem Weg haben wir zahlreiche Schmetterlinge und Vögel wie Amazonen gesehen. Zum Schluss, nahe Besucherzentrum, sogar einen Quetzal. Diesen hätten wir gern fotografiert. Und wie so oft noch auf unserer Costa-Rica-Rundreise vermissten wir schmerzlich meine Spiegelreflex-Kamera und das Teleobjektiv, das uns bei dem Einbruch in unseren Bungalow im Hotel Campo Verde am Vulkan Arenal gestohlen worden war (siehe oben). Also blieb nur die Erinnerung daran, doch wahrhaftig einen Quetzal gesehen zu haben.

Platter Reifen und Besuch einer Kfz-Werkstatt

Auf der Rückfahrt vom Rincón de la Vieja nach Liberia stellten wir dann fest, dass der Reifen unseres Mietwagens mal wieder reichlich wenig Luft hatte. Nach langem Hin und Her mit "Europcar" wurden wir schließlich zu einer Werkstatt in der Nähe des Flughafens von Liberia geschickt, wo wir mehr als eine Stunde auf die Monteure warten mussten – und entsprechend missgelaunt waren.

Am Ende stellte sich heraus, dass eine ziemlich große Schraube im Reifen steckte. Die wurde einfach rausgedreht, anschließend der Reifen von der Felge gezogen und das Loch von innen mit einem Pfropfen verklebt. Uns war das nicht wirklich geheuer, doch der Mechaniker war zuversichtlich, dass der Flicken halten würde. Was auch tatsächlich der Fall war. Zumindest hatten wir auf unserer Reise keine Probleme mehr mit dem Reifen. Pura Vida!

Abendessen im Steakhaus "Torro Negro" in Liberia

Abends machten wir uns dann in Liberia auf die Suche nach einem guten Steak-Restaurant und landeten nach einigen Internet-Recherchen schließlich im "Torro Negro"-Steakhaus. Dort kannst du entweder draußen auf einer überdachten Veranda oder im gemütlichen Innenraum sitzen.

Auch wenn es mit meiner Bestellung nicht gleich geklappt hatte, waren unsere Steaks auf den Punkt gegrillt. Mein Spanisch reichte immerhin aus, um den Kellner, der unsere Bestellung anfänglich falsch aufgenommen hatte, dazu zu bewegen, als Wiedergutmachung einen Tequila zu bringen. Kurz darauf kam er mit einer Flasche "Don Julio" und zwei Gläsern für uns. Pura Vida!

Empfehlenswerte Unterkünfte nahe Rincón de la Vieja

Im Nationalpark Rincón de la Vieja selbst gibt es keine Übernachtungsmöglichkeiten. Nahe gelegene Unterkünfte sind das Hotel Rincón de la Vieja Lodge*, das Hacienda Guachipelin Volcano Ranch Hotel & Hot Springs* und die Rinconcito Lodge*.

Weitere Hotels und Lodges in der Umgebung des Rincón de la Vieja findest du in der Hotelübersicht* bei Booking.com.

Tag 10: Fahrt von Liberia zur Playa Sámara mit Zwischenstopps an mehreren Stränden an der Pazifikküste

Kurzüberblick

Heute sollte es mit mehreren kurzen Zwischenstopps an unterschiedlichen Stränden auf der Halbinsel Nicoya zur Playa Sámara gehen. Wir hätten natürlich auch direkt nach Sámara fahren können, doch das wäre vermutlich nur halb so schön gewesen.

Für den direkten Weg über die Straße 21 in Richtung Süden hätten wir knapp zwei Stunden (110 km) gebraucht. So waren es 70 Kilometer mehr und die reine Fahrzeit mit vier Stunden etwa doppelt so lang. Doch dafür haben wir fast alle Strände auf der Halbinsel Nicoya nördlich von Sámara gesehen.

Ankunft an der Playa Sámara

Aufgrund der vorherigen Strandbesichtigungen erreichten wir die Playa Sámara erst kurz vor Einbruch der Dunkelheit, wo wir im Locanda Sámara Beach Hotel* eincheckten. Wir hatten einen der gemütlichen, runden, reetgedeckten Bungalows gebucht. Doch leider hatten wir bei der Reservierung im Internet übersehen, dass der Bungalow nur mit Ventilator und nicht mit Klimaanlage ausgestattet war. Das war bei 38 Grad Celsius und mehr als 90 Prozent Luftfeuchtigkeit nicht wirklich schlau.

Dennoch waren wir froh, nach zehn Tagen Rundreise endlich zwei Tage Strandurlaub machen zu können. Und dafür ist Sámara ein wirklich guter Platz. Pura Vida!

Playa Sámara, Nicoya

Playa Sámara auf der Halbinsel Nicoya

Empfehlenswerte Unterkünfte an der Playa Sámara

Die meisten Hotels an der Playa Sámara befinden sich in Höhe des Dorfs. Neben diversen Mittelklasse-Hotels gibt es in Sámara auch einige preiswertere Unterkünfte.

Gute Mittelklasse-Hotels an der Playa Sámara sind u. a. das Locanda Sámara Beach*, das Bahía Beachfront Hotel Sámara* und das Hotel Giada*.

Beliebte, preiswertere Unterkünfte an der Playa Sámara sind u. a. die Pension Playa Sámara*, das Hostel Matilori*, das Oasis* und das Hostel Las Mariposas*.

Weitere Unterkünfte an der Playa Sámara findest du in der Hotelübersicht* bei Booking.com.

Tag 11: Strand- und Erholungstag an der Playa Sámara

Nach einem kurzen Bummel durchs Dorf Sámara haben wir den Großteil des Tages am Strand verbracht und es uns auf den gepolsterten Liegen unseres Hotels bequem gemacht.

Weil wir schon am Abend zuvor im Beach-Restaurant des Hotels gegessen hatten, beschlossen wir, an diesem Abend auswärts essen zu gehen. Andere Hotelgäste hatten uns die "Marisquería Los Colochos" im Dorf empfohlen. Bei unserem Bummel durch Sámara hatten wir das Soda am Mittag auf einen Imbiss ausprobiert und waren von dem Ceviche so begeistert, dass wir abends wieder dort einkehren wollten.

Den ganzen Tag über konnten wir beobachten, wie sich dunkle Wolken über den Bergen zusammengebraut hatten und nahmen deshalb vorsichtshalber einen großen Schirm mit. Das war auch gut so… Denn als wir in der "Marisquería Los Colochos" nach unserem leckeren Abendessen (gemischte Fisch- und Meeresfrüchteplatte) noch einen Cocktail zum Abschluss tranken, öffneten sich die Schleusen des Himmels. Es schüttete so enorm, dass sich die Dorfstraßen, die eigentlich nur Sandwege sind, innerhalb kürzester Zeit in kleine Wildbäche verwandelten.

Fisch- und Meeresfrüchteplatte

Gemischte Fisch- und Meeresfrüchteplatte in der "Marisquería Los Colochos"

Doch genauso schnell, wie der Regen gekommen war, hörte er auch wieder auf, und nach einer halben Stunde zeugten nur noch der dampfende Boden und die teichartigen Pfützen von dem Regenguss.

Tag 12: Fahrt von der Playa Sámara nach Monteverde mit Zwischenstopps an mehreren Stränden südlich von Sámara

Kurzüberblick

Auf dem Weg nach Monteverde haben wir noch einen Abstecher zur Playa Carillo und Playa Camaronal südlich von Sámara gemacht. Anschließend ging es über die Straßen 150 und 18 weiter Richtung Norden. Auf dem Weg überquerten wir die Puente de la Amistad ("Brücke der Freundschaft"), die über den Río Tempisque führt und die Nicoya-Halbinsel mit dem Festland verbindet. Die 780 Meter lange, von Taiwan errichtete Brücke ist ein imposanter Stahlträgerbau und gilt für beide Länder als Symbol der Solidarität und Freundschaft.

Nach knapp 30 Kilometern, an der Kreuzung Straße 18 und Interamericana, fiel uns das kaum zu übersehende Steakhaus "3 Hermanas" ("3 Schwestern") mit einer riesigen Terrasse auf und wir beschlossen, dort einen Stopp zum Mittagessen einzulegen.

Steakplatte, Restaurant Costa Rica

Unser Mittagessen im Steakhaus "3 Hermanas"

Anschließend ging es über die Ruta 145 weiter nach Santa Elena in Monteverde. Für die gerade einmal 43 Kilometer sollten wir mehr als eineinhalb Stunden brauchen.

Fahrt über die Schotterpiste nach Santa Elena

Je weiter wir uns vom Golf von Nicoya entfernten, desto grüner und bergiger wurde die Landschaft und umso serpentinenreicher die Straße. Das letzte Stück führte über eine steile, ausgewachsene Schotterpiste, die so staubig war, dass wir stellenweise kaum etwas sehen konnten. Das kannst du auch gut auf unserem Video (Minute 23:30) sehen. Nach einem kurzen Einkaufsstopp in Santa Elena, dem touristischen Zentrum in Monteverde, erreichten wir am späten Nachmittag schließlich unsere Unterkunft, das unweit von Santa Elena gelegene Mariposa B&B*.

Straße Monteverde

Schotterpiste rauf nach Monteverde

Abendessen im italienischen Restaurant "Tramonti"

Auf dem Weg zum "Mariposa B&B" waren wir an dem italienischen Restaurant "Tramonti" vorbeigekommen und hatten uns vorgenommen, am Abend dort essen zu gehen. Eigentlich wollten wir die knapp zwei Kilometer, die das Restaurant vom Mariposa B&B entfernt liegt, zu Fuß gehen – aber gut, dass wir am Ende doch mit dem Auto gefahren sind. Denn die Straße, die mitten durch den Dschungel führt, ist stockdunkel, schmal und kurvenreich und hat auch keinen Bürgersteig. Da willst du nicht unbedingt am Straßenrand laufen und dabei Gefahr laufen, vom nächsten Auto erwischt zu werden.

Nachmittags hatte das Restaurant von außen noch einen ganz ruhigen und gemütlichen Eindruck gemacht. Als wir jedoch abends dort ankamen, war der Parkplatz vor dem Restaurant mit Reisebussen so zugestellt, so dass wir Mühe hatten, noch einen freien Platz zu finden. Das Restaurant war dann auch voller Touristengruppen, die die Kellner ordentlich auf Trab hielten. Na toll! Doch wir wollten trotzdem bleiben.

So begnügten wir uns dann auch mit dem winzigen, letzten freien Tisch auf der Außenterrasse über einem Wildbach am Rand des Regenwalds. Das war ganz schön – wenn es im Restaurant nur nicht so voll und laut gewesen wäre. Die Kellner kamen kaum hinterher und wirkten ziemlich gestresst. Daher beschlossen wir, uns mit ein paar Tapas zu begnügen – und das war am Ende auch gut so.

Empfehlenswerte Unterkünfte in Monteverde

Gute Mittelklasse-Hotels und Lodges in Monteverde sind u. a. die die Casa Campo Verde*, die Rainbow Valley Lodge Costa Rica*, die Casa de la Montaña* und das Hotel El Bosque*.

Schön, aber auch teurer sind das Chira Glamping Monteverde*, die Los Pinos - Cabañas & Jardines* und das Hotel Trópico Monteverde*.

Beliebte, preiswerte Unterkünfte in Monteverde sind u. a. das Nature House*, das Garden House Monteverde* und die Cabinas Nuestra Kasa*.

Viele weitere Unterkünfte in Monteverde findest du in der Hotelübersicht* bei Booking.com.

Tag 13: Wanderung durch die Reserva Monteverde

Kurzüberblick

Heute ging es gleich nach dem Frühstück in die Reserva Monteverde. Wir entschieden uns für die zwei Kilometer lange Wanderung auf dem "Sendero Bosque Nuboso", einem der schönsten Dschungel-Trails im Naturreservat. Der Weg führt wie der etwa gleich lange "Sendero Camino" teilweise steil bergauf durch den Nebelwald und über hängende Brücken bis zum Aussichtspunkt "Mirador La Ventana". Von dort oben hast du bei gutem Wetter eine erstklassige Panorama-Aussicht auf die scheinbar endlosen, mit Regenwald bedeckten Berge, die Halbinsel Nicoya und den Golf von Nicoya.

Hängende Brücke, Reserva Monteverde

Hängende Brücke auf dem "Sendero Bosque Nuboso" in der Reserva Monteverde

Mirador La Ventana, Reserva Monteverde

Ausblick vom "Mirador La Ventana"

Auf dem Weg zum Mirador waren wir zwar nicht ganz allein, doch hielt sich die Anzahl der Besucher in Grenzen. Bis auf die mittlerweile üblichen, bunten Schmetterlinge und verschiedene Trogone sowie Kolibris haben wir in der Reserva Monteverde keine weiteren Tiere gesehen. Allerdings waren die mit Würgefeigen umschlungenen Baumriesen unglaublich faszinierend und schienen einem Fantasy-Roman entsprungen zu sein. Als ob jeden Moment ein Hobbit dazwischen hervortreten könnte…

Bummel und Mittagessen in Santa Elena

Nach einem anschließenden, kurzen Bummel durch die sich über mehrere Hügel erstreckende ganz hübsche Ortschaft Santa Elena und einem leckeren Mittagessen im Restaurant "Green" am Supermarkt "Mega Super" fuhren wir schließlich zurück zu unserer Unterkunft.

Beim Sundowner auf der Terrasse schaute, keine fünf Meter von uns entfernt, noch ein Aguti vorbei. Wir blieben ganz still sitzen und freuten uns einfach nur über den überraschenden Besuch, der sich aber auch schnell wieder ins Gebüsch schlug. Beim Tanz der Glühwürmchen ließen wir den Abend ganz verzaubert ausklingen.

Tag 14: Fahrt von Monteverde zur Playa Matapalo mit Krokodiltour in Tárcoles und Strand-Besuchen

Kurzüberblick

Heute stand ein weiterer Höhepunkt unserer Reise auf dem Programm: eine Krokodiltour auf dem Río Tárcoles.

Die Fahrt von Monteverde nach Tárcoles führte zunächst wieder zurück über die uns bereits bekannte, staubige Schotterpiste und war allein schon ein Erlebnis. Mit einem Kleinwagen wäre das sicher nicht lustig gewesen. Mit unserem großen Mitsubishi Montero 4WD machte das aber sogar richtig Spaß.

Die Ausblicke auf die unglaublich grünen Berge waren immer wieder toll, und nach jeder steilen Kurve eröffneten sich neue Panoramen. Nur, dass ich leider gleichzeitig auf die Schotterpiste achten musste – woran mich Gudrun einige Male erinnern musste.

Nach knapp 100 Kilometern und zwei Stunden Fahrt kam an der Carretera Pacífica Fernández Oreamuno (Costanera Sur) die berühmte Brücke von Tárcoles ("Crocodile Bridge") in Sicht. Oben drauf die Touris, unten die Krokodile. Bis zum Bootsanleger, von dem unsere Krokodiltour auf dem Río Tárcoles starten sollte, waren es noch etwa zehn Kilometer.

Dort angekommen, stellten wir unser Auto auf dem Parkplatz im Schatten riesiger Bäume ab und kauften zunächst am Counter des Tourbüros Jungle Crocodile Safari unsere Tickets. Die Zeit bis zur Abfahrt des Boots vertrieben wir uns im Souvenirgeschäft, wo wir ein paar bedruckte T-Shirts kauften und einige erfrischende Getränke, die im Ticketpreis enthalten waren, zu uns nahmen.

Bis zu sechs Meter lange Krokodile

Unsere anschließende Bootstour mit gerade einmal sechs Leuten an Bord war ein voller Erfolg. Auf dem Weg zur Brücke sahen wir schon ein paar einzelne Krokodile, die um die drei Meter lang waren. Je näher wir der Brücke von Tárcoles kamen, desto mehr wurden es. Die Krokodile hatten sich ausnahmslos am südlichen Ufer, mehr oder weniger unter der Brücke, versammelt. Und die hier waren wirklich groß.

Krokodil Río Tárcoles

Krokodil am Ufer des Río Tárcoles

Brücke von Tárcoles

Brücke von Tácoles ("Crocodile Bridge")

Anders als die Touristen, die oben auf der Brücke standen, konnten wir die bis zu sechs Meter langen Tiere vom Boot aus aus nächster Nähe betrachten und auch fotografieren. Dabei solltest du die Hände allerdings nicht über die Bordwand hinausstrecken. Auch wenn die Krokodile auf den ersten Blick ziemlich träge wirken, können sie sich in Sekundenschnelle weit aus dem Wasser heben.

Weiterfahrt zur Flussmündung

Weil noch Zeit war, fuhren wir anschließend weiter bis zur Mündung des Río Tárcoles am Golf von Nicoya. Dort beeindruckten uns an den Ufern nicht nur die scheinbar endlosen Strände, sondern auch die starke Meeresbrandung.

Als ich gerade dachte, die fahren aber ganz schön dicht an dem Stellnetz vorbei, stoppte das Boot auch schon abrupt. Das Netz hatte sich in der Schraube des 200 PS-Außenborders verfangen. Da die Jungs mit ihrem Messer vom Boot aus nicht an die Schraube herankamen und scheinbar auch keine Lust hatten, ins Wasser zu springen, zogen sie das Boot an dem immer wieder voraus geworfenen Anker mit beträchtlicher Anstrengung ans Ufer.

Dort säbelten sie das Netz von der Schraube und wollten es einfach ins Wasser schmeißen. Darüber waren wir ziemlich empört und teilten den Jungs das auch deutlich mit. Plastiktüten im Meer sind schon übel, aber frei schwimmende Geisternetze erweisen sich erst recht als Fallen für kleine wie große Meeresbewohner. Am Ende ließen sich die Jungs von uns überzeugen und verstauten das zerschnittene Netz im Boot.

Nach der Eskapade, aufgrund derer aus unserem zweistündigen ein insgesamt dreieinhalbstündiger Bootsauflug wurde, ging es dann wieder zurück zum Anleger. Alles in allem war die Tour toll, doch die Geschichte mit dem Netz hatte einen schalen Beigeschmack hinterlassen.

Zwischenstopps an der Playa Jacó und Playa Hermosa

Im Anschluss an die Krokodiltour setzen wir unsere Fahrt mit dem Auto fort und fuhren zunächst über die gut ausgebaute Costanera Sur (Straße 34), vorbei an den Golf-Resorts an der Playa Herradura, zur Playa Jacó. Das südliche Ende des rund zweieinhalb Kilometer langen Strandes fanden wir wegen der hohen Appartementhäuser nicht so schön. Aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache. Und der Blick aus den oberen Etagen aufs Meer ist bestimmt toll.

Dann ging es weiter die Pazifikküste entlang. Bei unserem Zwischenstopp an der Playa Hermosa und dem atemberaubenden Anblick der hohen Wellen stockte uns der Atem. Die Playa Hermosa ist ein fast sieben Kilometer langer Strand. Oberhalb des Strands verläuft eine befahrbare Schotterpiste.

Unser Bar- und Restaurant-Tipp für die Playa Hermosa: "Bowies Point" am nördlichen Strandende. Hier bekommst du leckere Cocktails und gutes, frisches Seafood.

Ankunft an der Playa Matapalo

Mittlerweile lag unser Tagesziel, die Playa Matapalo (etwa 40 Kilometer südlich des beliebten Nationalparks Manuel Antonio) nur noch gut eine Autostunde vor uns. Dort angekommen, fuhren wir zunächst zu unserer Unterkunft (Dos Palmas Beachfront B&B). Empfangen wurden wir von Todd, einem Kanadier, der das Haus zeitweilig hütete. Todd begrüßte uns aufs Freundlichste und zeigte uns unser großes, ebenerdig gelegenes Zimmer mit Veranda und Meerblick.

Anschließend gingen wir hinunter zum Strand und ließen den Tag bei einem traumhaften Sonnenuntergang und Blick auf das endlose Meer ausklingen.

Sonnenuntergang Playa Matapalo

Sonnenuntergang an der Playa Matapalo

Empfehlenswerte Unterkünfte an der Playa Matapalo

Zu den wenigen Unterkünften an der Playa Matapalo zählen u. a. das Rafiki Beach Camp*, das B&B Jardín de los Monos*, die Mi Vida Lodge* und das El Campo – Matapalo*.

Tag 15: Faulenzen und Strandspaziergang an der Playa Matapalo – Besuch der Nachbarstrände

Kurzüberblick

Nach unserem Frühstück auf der Terrasse mit Blick auf die Palmen, den Strand und die Meeresbrandung unternahmen wir einen ausgedehnten Strandspaziergang. Die Playa Matapalo ist kilometerlang, hat dunklen Puderzuckersand und endet im Norden nur wenige Kilometer vor dem Parque Nacional Manuel Antonio (siehe unten Tag 16). Vielerorts reicht der Regenwald bis an den Strand heran und geht oftmals in Mangrovendickicht über, wo er von hohen Palmen und alten Mangobäumen überragt wird. Die Playa Matapalo ist ein reiner Naturstrand, größtenteils unbebaut und meist menschenleer.

Playa Matapalo Costa Rica

Playa Matapalo

Als wir spazieren gingen, war gerade Ebbe. Außer uns waren am Strand nur ein paar rote Krabben unterwegs. Da die Sonne mittlerweile ziemlich erbarmungslos auf uns niederbrannte, wählten wir für den Rückweg die oberhalb des Strands verlaufende und von schattenspendenden Bäumen flankierte Schotterpiste. Auf halbem Weg zurück zu unserer Unterkunft entdeckten wir in einem Mangobaum eine Horde Kapuzineraffen, die sich von uns kaum stören ließ. So kamen wir ganz nah an die Affen heran und konnten selbst mit dem Smartphone ein paar schöne Fotos schießen.

Abendessen in der "Glücklichen Languste"

Nach einer kurzen Verschnaufpause auf unserer schattigen Veranda im "Dos Palmas Beschfront B&B" ging es am Nachmittag mit dem Auto zunächst auf Erkundungstour zu den Stränden südlich der Playa Matapalo nahe und im Nationalpark Marino Ballena – und am Abend zum Schlemmen ins Restaurant "La Langosta Feliz" (zu Deutsch: "Die glückliche Languste"). Das Seafood-Restaurant gilt unter Touristen als echter Geheimtipp und befindet sich an der der Costanera Sur (Straße 34) unweit der Abzweigung zur Playa Matapalo.

Wie der Name schon vermuten lässt, werden in der "Langosta Feliz" leckerste und frische Langusten aufgetischt, aber auch diverse andere Fisch und Meeresfrüchtegerichte. Das Angebot reicht von Muscheln über gebratene Fischfilets bis hin zu ganzen, gegrillten Fischen (je nach Gewicht 5.650 bis 7.910 Colones / 8,20 bis 11,50 Euro).

An unserem ersten Abend in der "Glücklichen Languste" hatten wir eine gemischte Meeresfrüchte-Platte mit einer kleinen Languste bestellt. Da die Languste wirklich köstlich war, planten wir, am darauffolgenden Abend in jedem Fall wiederzukommen und dann große, gegrillte Langusten zu bestellen (16.950 Colones / 24,50 Euro pro Stück).

Begegnung mit Pfeilgiftfröschen und einem Zweizehen-Faultier

Während unseres Abendessens in der "Glücklichen Languste" hatte es einen kleinen Gewitterschauer gegeben. Da wir während unserer bisherigen Costa-Rica-Rundreise noch keinen Pfeilgiftfrosch in freier Natur gesehen hatten, hofften wir, nun im regennassen Dschungel einen entdecken zu können. Nachdem wir wieder zurück in unserer Unterkunft waren, ging’s mit Stirn- und Taschenlampen auf die Pirsch.

Mittlerweile war es fast Mitternacht, der Himmel aufgeklart und mit Sternen übersät. Schon im Garten neben unserer Veranda vernahmen wir ein Froschkonzert, und tatsächlich konnten wir die kleinen Musikanten auf dem nassen Blatt einer Helikonie sehen.

Plötzlich hörten wir lautes Geraschel im Gebüsch. Wir dachten erst, es seien wieder ein paar Kapuzineraffen. Doch dann kam ein fast weißes Zweizehen-Faultier aus dem Dunkeln hervor, überquerte erstaunlich flott den Schotterweg und erklomm eine große Palme auf dem leerstehenden Nachbargrundstück unseres Gästehauses. Das Zweizehen-Faultier hat helleres Fell als das Dreizehen-Faultier und ist nachtaktiv, weshalb man es nicht allzu oft sieht.

Zweizehen-Faultier Costa Rica

Zweizehen-Faultier

Tag 16: Ausflug von der Playa Matapalo zum Parque National Manuel Antonio und nach Quepos

Kurzüberblick

Heute stand mit dem Besuch des Parque Nacional Manuel Antonio ein weiterer Höhepunkt unserer Costa-Rica-Rundreise auf dem Programm. Wieder einmal hieß es, früh aufstehen, weil die meisten Tiere nur früh morgens oder abends bei Dämmerung zu sehen sind. Obendrein werden am Nationalpark Manuel Antonio bereits ab etwa 10 Uhr vormittags die Touristenbusse nur so ausgeschüttet, so dass es dann meist sehr schnell sehr voll wird. Besser also, man/frau ist vorher dort.

Die Zufahrt zum Nationalpark ist gut ausgeschildert und entsprechend leicht zu finden. Wir hatten eine geführte Tour durch den Park gebucht und waren bereits um kurz nach 7 Uhr am Parkeingang, wo wir Mile, unsere Guide, und den Rest der nur aus sechs Leuten bestehenden Gruppe trafen. Anschließend wanderten wir los, allen voran Mile, die mit ihrem Teleskop Ausschau nach Tieren hielt.

Wanderung durch den Nationalpark

Wanderung Parque Nacional Manuel Antonio

Morgendliche Wanderung durch den Parque Nacional Manuel Antonio

Der Parque Nacional Manuel Antonio ist zwar einer der kleinsten und meistbesuchten Nationalparks in Costa Rica, aber nicht zuletzt wegen seiner Bilderbuchstrände und der Vielzahl an Tieren einer der schönsten und interessantesten.

Auf unserer Wanderung sahen wir Weißwedelhirsche und die üblichen Verdächtigen wie Dreizehen-Faultiere, Jesus Christ Lizards, Kolibris, Schmetterlinge, Brüll- und Kapuzineraffen, Agutis und an der Playa Manuel Antonio eine Horde Waschbären, die die unbeaufsichtigten Rucksäcke der badenden Touristen inspizierten. In Windeseile hatten die kleinen Räuber alles Essbare herausgefischt und verschlungen.

Der Strand selbst besteht aus feinstem, weißen Puderzuckersand, wird von Palmen und großen, schattenspendenden Bäumen gesäumt und an beiden Enden von Felsen begrenzt. Das in allen Türkistönen schimmernde Wasser ist klar und seicht und eignet sich perfekt zum Baden und Schnorcheln.

Stadtbummel durch Quepos

Nach unserem Nationalpark-Besuch haben wir noch einen kurzen Stadtbummel durch Quepos gemacht. Quepos ist eine typische Küstenstadt mit Hafen und Marina und bildet das touristische Zentrum am Parque Nacional Manuel Antonio. In Quepos findest du viele Restaurants, Bars, Souvenirläden und auch einige Kunstgalerien.

Wieder zurück an der Playa Matapalo, genossen wir den traumhaften Sonnenuntergang am Strand vor unserem Gästehaus und fuhren anschließend wieder zur "Glücklichen Languste", wo wir diesmal zwei große, leckere Langusten verspeisten. Pura Vida!

Empfehlenswerte Unterkünfte nahe Parque Nacional Manuel Antonio

Die meisten Hotels, Cabanas, B&Bs befinden sich an der Zufahrtsstraße zum Nationalpark sowie in Quepos, der nächst größeren Stadt. Quepos liegt direkt am Pazifik und etwa sechs Kilometer vom Parkeingang entfernt.

Gute Mittelklasse-Hotels an und nahe der Zufahrtsstraße zum Parque Nacional Manuel Antonio sind u. a. das MyCasa's B&B*, das Manuel Antonio Park House* und das Casa Hotel Mare Nostrum*; im Zentrum von Quepos empfehle ich dir die Apartamentos Sibö* und das Hotel Serenity*.

Teurer und schöner wohnst du an und nahe der Zufahrtsstraße zum Nationalpark im Jungle Vista Inn*, in der Mango Moon Villa*, im Hotel Plaza Yara* und im noblen Tulemar Resort*.

Beliebte, preiswerte Unterkünfte nahe Parque Nacional Manuel Antonio sind u. a. das Torino Backpackers Beach*, das Miguel Surf Camp* und in Quepos das Passifloras Hostel*.

Für Schwule empfiehlt sich das Gay Hotel Villa Roca*.

Tag 17: Fahrt von der Playa Matapalo via Cartago ins Orosi-Tal

Kurzüberblick

Ciao Pazifikküste – und auf in Richtung Karibikküste beziehungsweise zuerst ins Orosi-Tal. Die Strecke via Cartago, Costa Ricas ehemaliger Hauptstadt, führt zwar über die gut ausgebaute Interamericana (Straße 2), doch brauchten wir wegen der vielen Serpentinen dennoch gut dreieinhalb Stunden für die 170 Kilometer. Hinzu kam, dass wir in den 2000 bis 3000 Meter hohen Bergen wegen der schlechten Sicht inmitten dichter Wolken stellenweise nur mit Tempo 30 vorankamen.

Besuch der Kirchenruinen in Cartago

Parroquía de Santiago Apóstol, Cartago, Costa Rica

Ruinen der Parroquía de Santiago Apóstol in Cartago

Cartago ist in der Vergangenheit mehrfach durch schwere Erdbeben zerstört worden. Zu den wenigen historischen Überresten zählen die Kirchenruinen der Parroquía de Santiago Apóstol, die heute als eines der Wahrzeichen von Costa Rica gelten. Die alten Gemäuer mit einem schön angelegten Garten auf den Fundamenten des einstigen Kirchenschiffs lohnen auf jeden Fall einen Besuch.

Von Cartago ging es dann noch 20 Kilometer weiter ins Orosi-Tal, wo wir im Chalet Orosí* ein Häuschen gebucht hatten. Auf dem Weg dorthin jagten wir im Supermarkt Maxi Palí im Ort Paraíso noch ein paar Steaks, die wir abends auf unserer Terrasse grillen wollten.

Alternativ hätten wir das auch am Mirador de Orosi, einem Aussichtspunkt an der Straße 224, tun können. In dem Park mit Panoramablick auf das Orosi-Tal und den Stausee Lago de Chachí finden sich jede Menge Grillplätze. Am Ende entschieden wir uns dann aber doch, lieber am Abend "zu Hause" zu grillen, und fuhren nach unserem Park-Spaziergang weiter zu unserer Unterkunft. Auf der Strecke zum Chalet Orosi passierten wir noch eine alte, schmale Hängebrücke, die den Río Toyogres überspannt und immer nur von einem Pkw überquert werden darf. Spannend.

Ankunft im Orosi-Tal

Kaffeeplantage Orosi-Tal

Kaffeeplantage im Orosi-Tal

Das Chalet Orosi zählte zu den schönsten Unterkünften auf unserer Costa-Rica-Rundreise. Da war zum einen die große Terrasse mit Grill, Außenjacuzzi und toller Aussicht auf den Vulkan Irazú, zum anderen unser Wohn- und Schlafzimmer mit einer Feldsteinwand und einem offenen Kamin.

Der Holzkohlegrill auf der Terrasse war typisch für Costa Rica und bestand aus einer Autofelge, unter die man drei Füße geschweißt hatte. Zuerst war es ein bisschen ungewohnt. Am Ende haben wir die Steaks aber dann doch gut hinbekommen. Pura Vida!

Empfehlenswerte Unterkünfte im Orosi-Tal

In der mittleren Preiskategorie: Orosi Lodge*, Villas Cañaveral*, Chalet Orosí*

Preiswerter sind das House of Coffee* und die Tetey Lodge*.

Empfehlenswerte Unterkünfte am Lago de Cachí

Hotel Boutique La Casona del Cafetal*, Agroturismo Finca Sermide* und bei Ujarrás Rinconcito Verde*

Weitere Unterkünfte im Orosi-Tal und nahe Lago Cachí findest du in der Hotelübersicht* bei Booking.com.

Hinweis: Mein Reisebericht über unsere Costa-Rica-Rundreise ist leider noch nicht ganz vollständig. Der nachfolgende Teil wird in Kürze ergänzt.

Tag 18: Ausflug vom Orosi-Tal zum Vulkan Irazú, nach Ujarrás und zum Staudamm am Lago Cachí

Kurzüberblick

Tag 19: Fahrt vom Orosi-Tal zur Karibikküste mit Zwischenstopp am Guayabo-Nationaldenkmal – und einem unschönen Zwischenfall

Kurzüberblick

Tag 20: Ausflüge von der Playa Negra nach Puerto Viejo de Talamanca und zu nahe gelegenen Stränden

Kurzüberblick

Tag 21: Ausflug von der Playa Negra zum Cahuita-Nationalpark

Kurzüberblick

Tag 22 und 23: Zweitägige Tour von Puerto Viejo zum Tortuguero-Nationalpark und wieder zurück

Kurzüberblick

Tag 24: Fahrt von der Playa Negra zum Parque Nacional Braulio Carillo mit Zwischenstopp in Puerto Limón und Moín

Kurzüberblick

Tag 25: Besuch des Braulio Carillo-Nationalparks, Rückfahrt nach San José und Rückgabe unseres Mietwagens in Alajuela

Kurzüberblick

Tag 26: Stadtbesichtigung San José

Kurzüberblick

Tag 27: Rückflug von San José nach Berlin

Schau dir hier mein Costa-Rica-Video bei YouTube an!

Die schönsten Orte in Costa Rica – Rundreise und Road Trip (1:13.31)

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Gudrun Brandenburg

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  • Hi, ich bin Gudrun, Redakteurin, Anfang 50, lebe in Berlin, liebe Südostasien und die Welt und schreibe den Reiseblog Planet2Go. Schön, dass du auf meiner Seite bist!
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