Douro-Tal in Portugal – Tipps für Touren und Sehenswürdigkeiten
Das Douro-Tal ist die älteste Weinregion der Welt und eine der landschaftlich schönsten Gegenden Portugals. Foto: Bettina Tiedke
Von Bettina Tiedke und Gudrun Brandenburg
Zuletzt aktualisiert am 23. Juli 2024
Inhalt
Douro-Tal – Überblick
Das Douro-Tal zählt zu den landschaftlich reizvollsten Regionen in Portugal. Das Flussbett des träge dahin fließenden Douros wird von saftig-grünen Weinbergen eingerahmt. Mittendrin befinden sich malerische Dörfer und Weingüter. In den sogenannten Quintas kannst du (Port-)Wein verkosten, mitunter hervorragend essen und übernachten.
Das Douro-Tal liegt in der Região Norte im Norden Portugals, etwa 120 km östlich der Stadt Porto. Die Weinregion Alto Douro (Oberes Douro-Tal) zwischen Peso da Régua und Pinhão ist nicht nur das wichtigste Weinanbaugebiet Portugals, sondern auch das älteste der Welt. Seit 2001 zählt die Weinregion Alto Douro zum Unesco-Welterbe. Der Marquês de Pombal, ein bedeutender portugiesischer Staatsmann des 18. Jahrhunderts, erklärte das Obere Douro-Tal 1756 zum Anbaugebiet für Portwein.
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Zum Pflichtprogramm jeder Tour durchs Douro-Tal zählen eine Rabelo-Fahrt (Rabelos sind Frachtkähne, auf denen früher die Portweinfässer über den Douro transportiert wurden), der Besuch einer oder mehrerer Quintas mit Weinverkostung und Führung durch die Weinkeller sowie eine Fahrt oder ein Spaziergang durch die Weinberge.
Das Douro-Tal gehört zu den heißesten Regionen Portugals. In den Sommermonaten klettert das Thermometer nicht selten über die 40 Grad-Marke, und selbst Anfang Oktober gibt es noch viel Sonne bei Temperaturen um die 30 Grad.
Tour durchs Douro-Tal: Route und Reisebericht
Eine Bootsfahrt auf dem Douro ist ein Muss bei einer Tour durchs Douro-Tal. Foto: Bettina Tiedke
Die zentralen Startpunkte für Touren durchs Douro-Tal sind das Städtchen Peso da Régua (oft auch nur Régua genannt) und die Ortschaft Pinhão. Régua erreichst du als erstes, wenn du von Porto, Coimbra oder Lissabon ins Douro-Tal fährst.
Außer der Lage am Douro fanden wir Régua jedoch nicht besonders interessant und haben die Stadt auf unserer Tour mit dem Mietwagen mehr oder weniger links liegen gelassen. So ging es dann gleich weiter, zuerst zum Miraduro St. Leonardo de Galafura, einem der schönsten Aussichtspunkte im Douro-Tal, und anschließend nach Pinhão.
Die Fahrt von Régua zum Aussichtspunkt führt über die Nationalstraße N313-2 und dauert etwa 30 Minuten. Die Straße ist gut ausgebaut und führt mitten durch die Weinberge, so dass du schon mal einen ersten Eindruck davon bekommst, was dich am Miraduro gleich erwartet. Der Miraduro befindet sich an der Capela de Santa Bárbara e São Leonardo in einer Höhe von 640 Metern. Von hier oben hast du einen atemberaubenden Blick auf das Douro-Tal und die Weinberge.
Atemberaubende Aussichten: Blick vom Miraduro St. Leonardo de Galafura auf die Weinberge im Douro-Tal. Foto: Bettina Tiedke
Nachdem wir die tolle Aussicht ausgiebig genossen hatten, fuhren wir mit unserem Auto einfach drauf los – mitten rein in die Weinberge und runter zum Douro. Die Straße, in die wir unweit vom Miraduro eingebogen waren, war allerdings nur ein teilasphaltierter Feldweg, der sich zwischendurch in eine Schotterpiste verwandelte und in Serpentinen mitten durch die Rebstöcke wand – bis zum Örtchen Covelinhas oberhalb des Douro.
Die Fahrt durch Covelinhas gestaltet sich, wenn du mit einem größeren Auto unterwegs bist, durchaus spannend, weil fast nur sehr schmale Straßen in aberwitzig engen Kurven zum Douro hinunter führen. Beim Anblick der Straße stand meiner Freundin Gudrun gleich der Angstschweiß auf der Stirn. „Da willst du doch nicht wirklich runter?“, fragte sie. „Doch, will ich!“
Langsam und vorsichtig fuhren wir also los – und teilweise steil bergab. Unten am Douro geht die Straße dann in einen einspurigen Kopfsteinpflasterweg über, der parallel zum Fluss und vorbei an Weinbergen und Weingütern knapp 7 Kilometer zu einem Wasserkraftwerk führt.
Haarnadelkurve auf der steilen Straße runter zum Douro. Foto: Gudrun Brandenburg
Zuerst einmal aber hieß es, über den schmalen Kopfsteinplasterweg zu fahren und zu hoffen, dass uns kein Lastwagen oder Bus entgegen kam. Wir waren gerade um eine enge Kurve gefahren, da sahen wir einen großen Lkw mit Sattelauflieger, der sich langsam den Berg hinauf quälte. So hatten wir genügend Zeit, uns mit dem Auto in die Zufahrt zu einem Feldweg zu stellen und den Lkw gefahrlos passieren zu lassen. Wäre uns das an anderer Stelle passiert, hätten wir sicher ein Riesen-Problem gehabt.
Trotz der Adrenalin-Ausschüttungen hat sich sie Fahrt allemal gelohnt. An der Straße hast du immer wieder Gelegenheit, rechts ranzufahren und die Aussicht auf den Douro und die umliegenden Weinberge zu genießen.
Blick von einem Aussichtspunkt (Miraduro) an der Straße. Foto: Bettina Tiedke
Am Wasserkraftwerk angekommen, fuhren wir zunächst über die Brücke ans andere Flussufer und bogen dann links in die gut ausgebaute, zweispurige Nationalstraße N222 Richtung Pinhão ab.
Schließlich überquerten wir noch einmal den Douro und warfen von der Brücke schon mal einen Blick auf den bezaubernden Hafen von Pinhão. Am Kai lagen ein paar Rabelos, die auf reiselustige Touristen warteten.
Highlights im Douro-Tal
Nicht nur der Hafen, auch Pinhãos hübscher, kleiner Bahnhof ist einen Besuch wert. Mit seinen 24 Azulejos-Bildern, die den Weinanbau in der Region illustrieren, zählt der Bahnhof von Pinhão zu den schönsten Bahnhöfen Portugals.
Bahnhof von Pinhão mit den Azulejos. Foto: Roberto Pangiarella / 123RF
Nur wenige Meter vom Bahnhof und der Mündung des Rio Pinhão in den Douro entfernt befindet sich der Hafen mit den Anlegestellen für die Rabelos. An der Uferpromenade gibt es mehrere Kioske, an denen du Tickets für eine ein- oder auch mehrstündige Rabelo-Fahrt auf dem Douro kaufen kannst (Abfahrtszeiten und Preise siehe unten).
Hafen von Pinhão mit Rabelos. Foto: Gudrun Brandenburg
Eine Bootsfahrt auf dem Douro bietet noch einmal einen ganz anderen Blick auf die Weinberge. Hinzu kommt die milde Brise an Bord, die auch Temperaturen von mehr als 30 Grad erträglich machen. Unter den Sonnendächern der Boote lässt es sich recht gut aushalten.
Mit dem Schiffchen tuckern wir nun ganz gemächlich über den Douro und haben beim Anblick der Weinterrassen und Quintas jede Menge Zeit zum Staunen und Träumen. In der Ferne schlängelt sich am Ufer ein Zug der Linha do Douro entlang. Nach mehreren Flussbiegungen erreichen wir schließlich die Einmündung des Rio Tua, wo das Rabelo wendet und uns wieder zurück zum Hafen von Pinhão bringt.
Tour mit dem Rabelo auf dem Douro
Blick vom Boot auf einen der Weinberge am Douro
Viadukt am Douro
Selfie auf dem Rabelo
Zurück am Hafen von Pinhão. Fotos: Bettina Tiedke und Gudrun Brandenburg
Nach der Fahrt kannst du in einem der Restaurants am Hafen regionale Gerichte und natürlich auch den berühmten Wein aus dem Alto Douro probieren. Oder aber du besuchst eine der vielen umliegenden Quintas (Tipps siehe unten) und verkostest den Wein dort. Wenn du in Portugal bislang noch keinen (Port-)Wein aus dem Douro-Tal getrunken hast, solltest du es spätestens hier tun.
Rabelo-Touren in Pinhão: Abfahrtszeiten und Preise
Abfahrtzeiten für einstündige Touren (ca. 4 km, bis zur Quinta da Romaneira): 10.30, 11.30, 12.30, 14.30, 15.30, 16.30 und 17.30 Uhr; Abfahrtzeiten für zweistündige Touren (ca. 8 km, bis zur Einmündung des Flusses Tua): 10.30 und 14.30 Uhr. Der Preis für eine einstündige Rabelo-Tour beträgt in Pinhão ab 15 Euro pro Person, für eine zweistündige Tour ab 25 Euro.
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Hotel-Tipps für Pinhão
Gute Mittelklasse-Hotels in Pinhão sind u. a. das LBV House Hotel *, das Dois Lagares House* und die Casas Botelho Elias*.
Außergewöhliche und exklusive Unterkünfte in Pinhão sind u. a. die Quinta de la Rosa* und das Vintage House - Douro* direkt am Hafen von Pinhão.
Weitere Hotels und Quintas in Pinhão findest du in der Hotelübersicht* bei Booking.com.
Weinverkostungen in Pinhão: Empfehlenswerte Quintas
Quinta do Bomfim: Gehört zur Symington Gruppe, die noch 27 weitere Weingüter in ihrem Portfolio hat.
Quinta das Carvalhas: Vor der Brücke, gegenüber von Pinhão, auf der anderen Seite des Douro. Gehört zur Real Companhia Velha, der ältesten Weinhandlung in Portugal (1756).
Quinta das Carvalhas am Ufer des Douro. Foto: Gudrun Brandenburg
Quinta da Roêda | Croft Port: Gegründet 1588. Verkostungen: Mo.-Fr., 10–18 Uhr. Preis: 12 - 47 €. Weitere Infos auf der Webseite der Quinta da Roêda | Croft Port.
Quinta da Foz: Kleines, traditionelles Weingut. Bezaubert durch seine Lage oberhalb des Ufers des Rio Pinhão an der Mündung zum Douro. Geöffnet täglich von 10 bis 18 Uhr. Weitere Infos auf der Webseite der Quinta da Foz.
Quinta de la Rosa: Ausgezeichnetes Weingut, Hotel und Restaurant. Am Ufer des Douro. 500 m außerhalb von Pinhão. Weitere Infos auf der Webseite der Quinta de la Rosa.
Anreise zum Douro-Tal
Mit dem Auto von Porto nach Pinhão
Fahrt von Porto zum Douro-Tal. Foto: Gudrun Brandenburg
Die Entfernung von Porto nach Pinhão beträgt knapp 130 Kilometer. Davon geht es etwa 100 Kilometer über die Autobahn A4 (mautpflichtig) und dann noch einmal circa 30 Kilometer über die Nationalstraße N323. Sobald du die Autobahn verlässt, bist du mitten in den Weinbergen. Die reine Fahrzeit von Porto nach Pinhão (ohne Stopps an einem der zahlreichen Aussichtspunkte im Douro-Tal) beträgt rund eineinhalb Stunden.
Mit dem Auto von Coimbra nach Pinhão
Coimbra liegt etwa 180 Kilometer südwestlich von Pinhão. Über die mautpflichtige A24 geht es zunächst 160 Kilometer bis Régua und dann noch einmal knapp 20 Kilometer über die N222 am Douro entlang bis nach Pinhão. Die reine Fahrzeit von Coimbra nach Pinhão beträgt rund zwei Stunden.
Mit dem Auto von Lissabon nach Pinhão
Von Lissabon nach Pinhão sind es mit dem Auto knapp 360 Kilometer und 3,5 Stunden reine Fahrzeit. Die schnellste Verbindung ist die Strecke über die mautpflichtigen Autobahnen A1 und A24 bis Régua und dann, wie oben beschrieben, über die N222 bis Pinhão. Mit Stopps an einem oder mehreren Aussichtspunkten im Douro-Tal musst du für die Fahrt entsprechend mehr Zeit einplanen.
Mit dem Zug von Porto ins Douro-Tal
Die Bahnstrecke Linha do Douro führt streckenweise oberhalb des Douro entlang. Foto: Bettina Tiedke
Am schönsten ist die Anreise von Porto ins Douro-Tal mit dem Zug. Die Linha do Douro, die mitten durch die Weinberge und stellenweise oberhalb des Douros entlang führt, zählt zu den schönsten Bahnstrecken Portugals – wenn nicht ganz Europas. Die Strecke verbindet Porto (Bahnhof Sao Bento, Stadtzentrum) mehrfach täglich über unterschiedliche Routen mit Peso da Régua, Pinhão und anderen Orten im Douro-Tal. Die Fahrzeit nach Régua beträgt circa 2 Stunden, nach Pinhão dauert die Fahrt rund 20 Minuten länger. Der Preis pro Person und Strecke beträgt circa 12 Euro.
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